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Der aktuelle Stand: Vielfalt was fehlt?

Gestern habe ich euch hier berichtet, was alles außer dem Fotografieren mit dem Projekt an Aufgaben verbunden ist. Heute möchte ich euch zeigen, was ich bisher bei der Abbildung der Vielfalt und Multikulturalität Bonns schon geschafft habe.

Was ist bisher passiert?

Ich habe bisher 74 Menschen im Alter von 1- 75 Jahre aus 10 Ländern fotografiert. Und es damit tatsächlich schon geschafft, 5 Kontinente abzudecken 🙂 Ein Blick auf die Weltkarte zeigt euch woher die Teilnehmer stammen:

Weitere 120 tolle Menschen möchten gern mitmachen. Somit könnten weitere Länder wie Österreich, Trindat, Mongolei, Uruguay, USA und Australien hinzukommen und dann wären es wirklich schon 6 Kontinente aus denen Bonns Einwohner stammen 🙂 Im letzten Sammelshooting am ersten Advent habe ich schon einige weiter Teilnehmer abgelichtet. Das Ergebnis gibt es dann bald hier zu sehen 🙂

Aber was ist eigentlich mit Portugal, Spanien, Russland, England oder der Türkei? Und das sind allein nur die Länder aus Europa die mir spontan als fehlend auffallen. Es gibt noch soviel mehr Welt da draußen. Und wenn ich es schon nicht schaffe, jedes Land zu bereisen, so fände ich es doch schön, mehr Menschen aus mir fremden Ecken der Welt zu treffen. 🙂

Vielfalt: Wen ich mir noch als Teilnehmer wünsche

Ich finde dem Projekt fehlen noch ein paar Aspekte der Vielfalt, die ich nicht so einfach schaffe darzustellen. Hier geht es mir besonders um Menschen, die ich leider aus meinem eigenen Alltag nicht kenne, die für mich aber einen wichtigen Bestandteil der Vielfalt ausmachen. Also sammele ich hier mal all die Punkte, die gerade noch wüst durch meinen Kopf jagen:

Ich würde mich sehr freuen, wenn mehr Menschen mit Behinderung Teil des Projektes werden. Deshalb werde ich die tolle Ohrenkuss-Redaktion mal kontaktieren, ob nicht ein Redaktionsmitglied aus Bonn Lust hätte, seine persönliche Liebesgeschichte zu Bonn beizusteuern 🙂 Ich muss an der Stelle mal loswerden, wie toll ich das Konzept hinter Ohrenkuss finde! So wird Menschen einmal Gehör verschafft, die man im Alltag vielleicht einfach überhört. In diesem Fall Menschen mit dem Down-Syndrom. Ich habe inzwischen schon sehr oft schmunzeln und über mein eigenens Verhalten nachdenken müssen, wenn ich ihre Sicht der Dinge lese. So z.B. über Glück, wie hier zu lesen. Und ich würde einfach sehr gern die Sicht auf Bonn erfahren 🙂

Es gibt viel mehr als die Einstufung in männlich und weiblich. Inzwischen beginnen sich diese Kategorien aufzulösen. Aber noch immer stehen nicht alle Menschen richtig zu sich. Ich würde gern zeigen, dass es egal ist, was einmal auf der Geburtsurkunde stand und fände es schön, wenn sich auch Menschen finden, die diese Kategorien sprengen und stolz darauf sind wie sie sind. Ohne Schublade. Beispielsweise also Transsexuelle.

Ich definiere viele der Eindrücke, die ich wahrnehme über das Sehen. Für mich ist Sehen sehr wichtig und es macht mich z.B. glücklich lange Schatten im Herbst zu sehen. Aber wie geht es Menschen, die diesen Sinn nicht haben? Wie würden sie ihren Lieblingsort beschreiben? Welche Eindrücke machen einen Ort zu ihrem Lieblingsort? Deshalb hätte ich sehr gern einen blinden Teilnehmer beim Projekt dabei. Es ist aber für mich in dem Fall wirklich schwierig zu beschreiben, was genau ich da mache. Fotos sind eine optische Darstellungsform und ich hoffe ich kann in diesem Fall bei meiner Suche einfach durch Worte überzeugen.

So… und das klingt jetzt vielleicht für den ein oder anderen komisch. Aber ich hätte wahnsinnig gern eine Prostituierte dabei, denn das ist vielleicht kein alltäglicher Berufszweig, aber auch ein Job und somit ein wichtiger Aspekt von Vielfalt.

Wenn also noch jemand von euch da draußen jemanden kennt, der jemanden kennt… Ihr wisst schon: Einfach weiter sagen und auf das Projekt aufmerksam machen 🙂

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