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Susanne und Toffee am Kaiserplatz

Oftmals habe ich ja ein Talent dafür, mich mit den Gesichtern Bonns am Lieblingsort zu verabreden und sie dann nicht zu finden. Das Treffen mit Susanne wäre auch beinahe wieder so eine Geschichte geworden. Wir hatten uns noch nie gesehen und sie schrieb mir, dass ihr Lieblingsort unter den Kastanienbäumen am Kaiserplatz sei und ich sagte dann „Ah, treffen wir uns am Spingbrunnen?“ „Ja. Ich bin dann die, mit dem Hund.“ sagte sie. Ich stieg also an einem schönen Frühlingsabend aus dem Bus aus und wollte geradewegs hoch in Richtung Uni laufen, als ich eine Frau mit Lächeln und Hund auf mich zu kommen sah. Lustig, noch eine nette Frau mit Hund, dachte ich. Ich hielt es überhaupt nicht für möglich, dass sie Susanne sein könnte, denn ich dachte nicht an den runden Springbrunnen vor der Unterführung, sondern an den flachen Springbrunnen vor der Hofgartenwiese. Dann sprach sie mich aber an. In dem Moment merkte ich, dass man die Sache mit dem Brunnen und den Kastanien auch anders deuten kann und ich beinahe am Treffpunkt vorbei gerannt wäre. Vielleicht sollte ich als Erkennungszeichen das nächste Mal doch die rote Rose im Knopfloch vorschlagen.

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Viele Menschen, die einmal in Bonn gewohnt haben, möchten hier nicht weg oder sie möchten unbedingt wieder zurück kommen. So begann auch die schöne Mail, die ich von Susanne bekommen hatte. Nach langer Zeit im Ausland führte ihr Weg sie wieder nach Deutschland und dann fiel ihr die Wahl nicht schwer. Jeder Mensch ist anders und so verbinden einige mit Orten, die für andere Menschen unscheinbar sind, Geschichten und Kindheitserinnerungen. Für mich ist dieser kleine Platz mit dem runden Springbrunnen nur der Weg zur Unterführung und damit nach Poppelsdorf, für Susanne ist es der Platz, an dem sie als Kind Kastanien gesammelt hat. An diesem Abend spürte ich hier aber auch eine Magie. Ich liebe Kastanienbäume, besonders im Frühling – gerade wenn die weißen Kerzen im Abendlicht schimmern. Das Licht war irgendwie magisch, die Vielfalt der Menschen, die hier vorbei gingen erstaunlich: Von Burschenschaftern bis hin zu einer Frau in Burka war alles dabei. Wenn man hier einen Moment verweilt, merkt man, dass hier wirklich mehr los ist, als einem im Vorbeigehen auffällt.

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Dann war da noch der Busfahrer, der ein Foto von uns machen wollte, ein Wiedersehen mit anderen Gesichtern Bonns und ein wunderschöner Sonnenuntergang. Also ein gelungener Frühlingsabend. 🙂

Natürlich sind auch ganz viele tolle Bilder mit Susanne und ihrer Toffee entstanden.

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Inzwischen ist es Herbst geworden und die ersten Kastanien fallen. Ich würde mich nicht wundern, wenn ich Susanne beim Kastaniensammeln hier wieder treffe.

P.S: Kann mir einer von euch sagen, wie dieser Platz heißt? Google Maps beschränkt den Kaiserplatz auf den oberen Bereich mit Wiese. Alles mit Springbrunnen muss doch irgendwie einen Namen haben 😉


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3 Kommentare

  1. Hallo,
    ich bin eine Freundin von Susanne und habe den so erfrischenden Artikel mit einem riesigen Schmunseln gelesen. Die Bilder sind total gelungen und spiegeln Susannes Lebensfreude und ihre Liebe zu Toffee haargenau wider. Ich finde die Idee eines Blogs mit den Gesichtern Bonns total klasse, denn so wird eine anonyme Grossstadt in eine vertraute Kleinstadt verwandelt. Und ich stelle es mir witzig vor anderen Gesichtern Bonns zufällig über den Weg zu laufen. Sicherlich kam es schon zu tollen Begegnungen. Viele Grüße aus Frankreich nach Bonn !
    Britta

    • Liebe Britta,

      danke für die lieben Worte und das Kompliment. Freue mich sehr, wenn ich sie so getroffen hab, wie auch Freunde sie sehen 🙂 Dieser Blog ist im Grunde nur ein Begleitmedium für das Projekt, das im Grunde in einer Ausstellung enden soll 🙂

      Liebe Grüße nach Frankreich
      Bea

  2. Pingback: Gesichter Bonns: Multikulturelles Bonn - Gesichter Bonns

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