Blog, Bonn, Hinter den Kulissen
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Mein Bonn!

Dieser Blog und mein ganzes Projekt sind eine Liebeserklärung an Bonn. An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, was ich vor fast 24 Jahren darüber gedacht habe:

Ich will nicht in den Westen!

Achja… “Kindermund tut Wahrheit kund”, oder wie heißt es so schön? Ich war gerade fünf Jahre alt, als ich das mit voller Überzeugung und als lautstarken Protest skandierte, immer dann, wenn meine Familie die Verwand- und Bekanntschaft im Westen besuchen wollte. Damals mussten wir, wer hätte es gedacht, wenn wir aus der ehemaligen DDR (dem heutigen Thüringen) kurz nach der Wende in den Westen reisten, über die Grenze. Und was bedeutete damals „Grenze“? Ganz genau… Menschen mit Gewehren! Die fand ich als Kind alles andere als nett und das führte zu meiner Aussage. Für mich symbolisierten die Männer den Westen. Auch wenn genau die eigentlich aus dem Osten waren. Als Kind kann man da schon mal durcheinander kommen 😉

Nach meinem Abitur verschlug es mich, aus vielen Gründen und teilweise noch immer unter Protest, nach Mannheim. Dort habe ich erst ein freiwilliges soziales Jahr gemacht und dann studiert. Ich bin also mit meiner alten DDR Kamera (Geschenk von meinem Papa) in den Westen ausgewandert und habe angefangen, zu fotografieren.

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Bei meinem ersten Gespräch mit meinem heutigen Chef fragte er: “Haben Sie etwas dagegen, in das Rheinland zu ziehen?” Hmm… Rheinland… In Mannheim hielt mich nichts und wo ich mir ein neues Leben aufbaute, war mir egal. Nur eines wusste ich: Nicht nach Köln. Dort hatte ich während meiner Diplomarbeit 3 Monate gewohnt, war aber nicht heimisch geworden. Die Stadt war mir zu hektisch. Aber das Rheinland ist ja groß. Ich bin schlussendlich nach Rheinbach gezogen. Meine Kollegen konnten nie verstehen, wieso ich in so einem “Kaff” wohnte. Es erinnerte mich eben an die Heimat. Es ist klein und hat seinen Charme. Aber ich muss schon zugeben, dass sie ein bisschen Recht hatten. Meine ganze Freizeit verbrachte ich nämlich in Bonn. Wenn ich neue Leute versuchte kennenzulernen, dann dort. Meine Ausflüge gingen auch immer nach Bonn. Damals war noch StudiVZ das soziale Netzwerk der Wahl. Und auch dort habe ich behauptet, ich sei „Studentin in Bonn“. Über eine Gruppe im StudiVZ “Neuer Freundes Kreis Bonn” wurde es auch ganz einfach, sich zu fühlen wie ein Teil dieser Stadt. Man lernte Menschen kennen, die von überall her nach Bonn gekommen waren und hier eine Heimat suchten.
Als mein Freund und ich uns entschieden, zusammen zu ziehen, war klar, dass es nur nach Bonn gehen konnte. Und ich bin total glücklich darüber, dass es Endenich geworden ist. Wieder ein bisschen wie auf dem Land 😉 Man ist direkt im Grünen, hat aber viel Kultur und zudem wohne ich fast neben meinem Bonner Lieblingskino!

Mit meinem Projekt bin ich nun auf der Suche nach den Menschen, die auch eine Liebesgeschichte zur Stadt erzählen wollen. Die sich hier daheim fühlen, egal ob sie schon immer hier gewohnt haben, oder wie ich „eingewandert“ sind.

Es ist wirklich diese Stadt. Es sind die Menschen. Es ist dieses bunte Bild, das man in den Straßen sieht. Es ist das Gefühl, dass man angekommen ist. Und nun, fast 24 Jahre später, bin ich in der damaligen Hauptstadt genau dieses Westens gelandet und ich finde es super! Über unsere schöne Stadt Bonn kann ich voller Überzeugung sagen:

Ich will nicht weg aus dem Westen!

Ich in der Bonner Altstadt

Foto: Christian Mack

(Mein Beitrag zur Bonner Blogparade bnbp13.)


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